Gerüste-Header | © MUNK GmbH Gerüste-Header | © MUNK GmbH

Rollgerüste

Weil Ihre Gesundheit ein hohes Gut ist
Arbeitssicherheit im Fokus
Gerüste-Header | © MUNK GmbH Gerüste-Header | © MUNK GmbH

Rollgerüste

Weil Ihre Gesundheit ein hohes Gut ist
Arbeitssicherheit im Fokus
Laden
Preis von
bis
Gerüsthöhe [m] von
bis
Arbeitshöhe [m] von
bis
Produktübersicht

Was ist ein Rollgerüst: Fahrbares Gerüst oder fahrbare Arbeitsbühne?

Begriffsklärung

Für den Einsatz in der Praxis macht es einen entscheidenden Unterschied: Gemeinhin spricht man von einem Rollgerüst, nach geltenden Normen handelt es sich aber nicht um ein Gerüst, sondern um eine fahrbare Arbeitsbühne. Die DIN EN 1004-1 spricht von fahrbaren Arbeitsbühnen aus vorgefertigten Bauteilen. Definiert sind fahrbare Arbeitsbühnen als einfeldige Konstruktionen aus systemabhängigen Bauteilen mit vorgegebenen Höhen und Breiten. Fahrgerüste dagegen sind fahrbare Konstruktionen, die aus Gerüstbauteilen zusammengesetzt werden. Fahrbare Gerüste sind in Deutschland in der DIN 4420-3 Arbeits- und Schutzgerüste – Teil 3: Ausgewählte Gerüstbauarten und ihre Regelausführungen geregelt. Sie können auch aus mehreren Gerüstfeldern bestehen. Eine fahrbare Arbeitsbühne ist meist als Alu-Rollgerüst konstruiert, ein Fahrgerüst dagegen aus Stahl gefertigt.

Auswirkung auf den Alltag: Fahrgerüste nach DIN 4420 müssen von Gerüstbauern geplant und aufgebaut werden, fahrbare Arbeitsbühne nach DIN EN 1004-1 dürfen von fachkundigen, unterwiesenen Personen aufgebaut werden.

Welche Regeln gelten für Rollgerüste?

Norm

Die DIN EN 1004-1 legt fest, dass Rollgerüste als fahrbare Arbeitsbühnen nur aus einer einfeldigen Konstruktion bestehen dürfen. Ein Rollgerüst muss so konstruiert sein, dass es montiert, umgebaut und abgebaut werden kann, ohne dass persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz erforderlich ist. Bei Einem Rollgerüst darf stets nur eine Belagfläche als Arbeitsplattform fungieren. In der Regel ist dies die oberste Plattform. Darunter gelegene Ebenen gelten als Zwischenplattformen. Der Abstand zwischen den Plattformen darf nach neuer, überarbeiteter Normausgabe von 2021 nicht mehr als 2,25 m betragen, der vertikale Abstand zwischen der Aufstellfläche und der ersten Plattform darf nicht mehr als 3,40 m betragen. Wie hoch darf ein Rollgerüst sein? Die Plattformhöhe der Arbeitsplattform darf innerhalb eines Gebäudes maximal 12 m, außerhalb eines Gebäudes maximal 8 m betragen. Im Regelfall müssen konstruktiv festgelegte Innenaufstiege vorhanden sein. Außen darf man nicht an der Arbeitsbühne klettern. Auch darf ein Rollgerüst nicht als Zugang oder Ausgang von anderen Strukturen verwendet werden.

In welche Klassen werden Rollgerüste eingeteilt?

Einteilung

Gerüste sind in sieben Breitenklassen, zwei Klassen der lichten Höhe und sechs Lastklassen eingeteilt. Diese Einteilung und die Klassendefinitionen gelten zum Teil auch für Rollgerüste als fahrbare Arbeitsbühnen.

In der Norm wird die Breitenklasse mit dem Buchstaben W und zwei Ziffern gekennzeichnet. Die sieben Breitenklassen reichen in 30-Zentimeterschritten von einer Breite von 0,60 bis 2,40 Meter.

Systemgerüste in Deutschland entsprechen in der Regel der Höhenklasse H1 (Durchgangshöhe im Bereich des Stellrahmens von weniger als 1,9 m). Ab einer Durchgangshöhe von 1,9 m oder höher gilt die Höhenklasse H2.

Die Lastklasse definiert die maximal mögliche, gleichmäßig verteilte Last in einem Gerüstfeld (Flächenlast q1 in [kN/m²]) beziehungsweise die maximal möglichen konzentrierten Lasten auf definierten Flächen (Einzellast F1 auf einer Fläche von 500 x 500 mm bzw. Einzellast F2 auf einer Fläche von 200 x 200 mm). Die gewählte Lastklasse muss der Art der auszuführenden Arbeit entsprechen. Für Rollgerüste relevante Lastklassen:

  • Lastklasse 1: Einsatz nur für Inspektionsarbeiten (max. gleichmäßig verteilte Verkehrslast q1 = 0,75 kN/m²; konzentrierte Last F1 = 1,5 kN bzw. F2 = 1,0 kN)
  • Lastklasse 2: Einsatz für Arbeiten, die kein Lagern von Baustoffen oder Bauteilen erfordern (max. gleichmäßig verteilte Verkehrslast q1 = 1,5 kN/m²; max. konzentrierte Last F1 = 1,5 kN bzw. F2 = 1,0 kN)
  • Lastklasse 3: Einsatz für Arbeiten, die Lagern von leichten Baustoffen oder Bauteilen erfordern (max. gleichmäßig verteilte Verkehrslast q1 = 2,0 kN/m²; max. konzentrierte Last F1 = 1,5 kN bzw. F2 = 1,0 kN)

Rollgerüst aufbauen: alleine oder zu zweit?

Aufbau

Wie viele Personen braucht es, um ein Rollgerüst aufzubauen? Das hängt vom Konstruktionsprinzip des Rollgerüsts ab. Ein-Personen-Gerüste wie der FlexxTower können aufgrund der praktischen Einhängekonsolen bei denen die Einzelbauteile zur Mitnahme eingehängt werden können und mittels der so genannten 3T-Methode oder beim FlexxTower SG mit den systemintegrierten, vorlaufenden Geländern von einer Person aufgebaut werden.

Für die meisten Rollgerüste benötigt man aber mindestens zwei Personen, um einen sicheren Aufbau zu gewährleisten. Es müssen Komponenten angereicht, gehalten und fixiert werden. Damit sich niemand verletzt sind mindestens zwei, bei größeren Aufbauhöhen auch drei oder mehr Personen erforderlich.

Auf welchem Untergrund darf man ein Rollgerüst aufbauen?

Boden

Beim Aufbauen eines Rollgerüsts ist es wichtig, dass der Untergrund ausreichend tragfähig ist. Ein Aufbau des Rollgerüsts auf Estrich oder anderen Betonböden ist unproblematisch. Auch geteerte oder gepflasterte Flächen sind gut geeignet. Wichtig ist, dass Sie das Rollgerüst lotrecht auf ebenem Untergrund (maximal 1% bzw. 0,57° Neigung) aufbauen. In gewachsenem Boden können die Rollen einsinken und dadurch die Standsicherheit gefährden. Hier ist es unbedingt notwendig, dass Sie geeignete Dielen oder Bohlen unterlegen, welche die Druckbelastung auf eine größere Fläche verteilen.

Rollgerüst: Standsicherheit

Sicher arbeiten

Bei geringen Gerüsthöhen reichen Grundfläche und Schwerpunkt eines Rollgerüsts meist aus, dass es sicher steht. Dazu muss das Rollgerüst auf jeden Fall durch Betätigung der Feststellbremsen gegen unbeabsichtigtes Bewegen gesichert sein. Für zusätzliche Standsicherheit und gleichzeitig hohen Komfort beim Verfahren sorgen Rollgerüste mit Fahrbalken. Dieser erhöht die Grundfläche und macht zwei Aufbauvarianten möglich: mittig oder seitlich auf dem Fahrbalken. Ein weiteres Mittel für mehr Standsicherheit eines Rollgerüsts sind Gerüstausleger. Diese sind an den vier Ecken montiert und stützen die Gerüstkonstruktion. Je nach Gerüsthöhe und Aufbauvariante und -ort ist bei Rollgerüsten eine Ballastierung notwendig. Die Ballastgewichte müssen aus festen Materialien bestehen und gegen unbeabsichtigtes Bewegen gesichert werden. Flüssigkeiten oder körnige Materialien sind nur dann zulässig, wenn sich diese in vom Hersteller gelieferten, besonders geeigneten Behältern befinden.

Rollgerüst: Aufbauort, Windlasten und erforderliche Ballastierung

Höhe / Ballast

Die Unterscheidung der maximalen Aufbauhöhen, innerhalb eines Gebäudes maximal 12 m, außerhalb eines Gebäudes maximal 8 m, hängt vor allem davon ab, dass die fahrbare Arbeitsbühne im Freien Windlasten ausgesetzt sein könnte.

Gemäß DIN EN 1004-1 müssen Windlasten bis 0,1 kN/m2 berücksichtigt werden. Der Wert 0,1 kN/m2 bezieht sich auf eine Windgeschwindigkeit vp = 45,5 km/h bzw. 12,7 m/s und entspricht dem Bereich der Windstärke 6, d.h. starker Wind, auf der Beaufortskala. Aus diesem Grund unterscheiden sich auch die erforderlichen Angaben der Ballastierung für den Innen- und Außenbereich. Während bei größeren Aufbauhöhen im Innenbereich ggf. noch kein oder nur geringes Ballastgewicht erforderlich ist, können es im Außenbereich bei identischer Aufbauhöhe bereits 100 kg oder mehr sein. Dieser Punkt verdeutlicht, warum die geforderte Fachkunde und die korrekte Aufstellung gemäß Aufbau- und Verwendungsanleitung des jeweiligen Herstellers sowie die abschließende Prüfung durch eine zur Prüfung befähigte Person, so wichtig ist. Weiterhin enthält die Aufbau- und Verwendungsanleitung auch Angaben bis zu welcher Windstärke ein Verschieben der fahrbaren Arbeitsbühne im Freien zulässig ist.

Rollgerüste: Sicherheitshinweise

Beachten

Die Aufbau- und Verwendungsanleitung muss im Lieferumfang der fahrbaren Arbeitsbühne enthalten sein. Die bisherige Norm DIN EN 1298 – Fahrbare Arbeitsbühnen – Regeln und Festlegungen für die Aufstellung einer Aufbau- und Verwendungsanleitung – aus dem Jahr 1996 wird demnächst durch die überarbeitete DIN EN 1004-2:2022 ersetzt. In der Neufassung der Norm wird gefordert, dass beschrieben sein muss, dass die Aufbau- und Verwendungsanleitung am Einsatzort der fahrbaren Arbeitsbühne zur Verfügung stehen und u.a. folgenden Hinweis enthalten: „Diese fahrbare Arbeitsbühne darf nur nach den unveränderten Angaben in dieser Aufbau- und Verwendungsanleitung genutzt werden.“ Außerdem gilt für alle fahrbaren Arbeitsbühnen der essenziell wichtige Sicherheitshinweis, dass sich während dem Verfahren einer fahrbaren Arbeitsbühne keine Personen oder lose Gegenstände auf der fahrbaren Arbeitsbühne befinden dürfen.

DIN EN 1004-2:2022 enthält auch einige neue Anforderungen. Ergänzend zum Text müssen in Aufbau- und Verwendungsanleitungen Piktogramme von Sicherheitsinformationen verwendet werden. Beispiele für Piktogramme sind in Anhang A der Norm enthalten. Weiterhin wird empfohlen, dass Sicherheitsinformationen am Produkt gekennzeichnet oder befestigt werden. Die Norm enthält Piktogramme z.B. für folgende Verbote:

Technische Änderungen und Preisänderungen vorbehalten. Maß- und Gewichtsangaben in ca.-Werten. Haftung für Irrtum und Fehler ausgeschlossen. Abbildungen ähnlich, manche Abbildungen zeigen Sonderausstattung. Vorschaubilder stehen stellvertretend für eine Produktfamilie und können optisch daher vom konkret gesuchten Produkt abweichen, u.a. bei Stufenanzahl oder Material.